Um Barmädel ist es ruhig geworden…

…weil Barmädel nicht mehr Barmädel ist, und sich sonst noch so Einiges im Leben geändert hat. Aber der Reihe nach:

Vor eineinhalb Jahren haben wir uns entschieden, die Bar zu vermieten. Bis zum Unterschreiben des Mietvertrages hat auch alles wunderbar geklappt. Dann jedoch gingen die Probleme los. Kurz und knackig zusammengefasst: die Pächterin ist nicht mehr Pächterin und wir müssen ’nur‘ noch schauen, dass wir zu unserm Geld kommen.
Inzwischen wurde die Bar von der Freundin von Schnäuzelchens Bruder übernommen. Ch. macht das ganz gut und die Gäste fühlen sich wohl bei ihr.
Und ich: ich habe den Job als Barmädel an den Nagel gehängt (wobei es vielleicht im November ein Revival gibt).

Durch die frei gewordene Zeit bin ich nun jeweils am Freitag bei Schnäuzelchen im Büro tätig. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Garage so gut als möglich zu vermarkten. Sprich uns möglichst bekannt zu machen, damit genügend Geld für alle Angestellten verdient werden kann. Tönt extrem spannend und anspruchsvoll, nicht war?.
Wobei es in der Praxis dann auch oft banale Dinge sind wie Homepage anpassen, Autos zum Fotografieren schön in Szene setzen, etc.

Wenigstens ist es um die Familie ruhiger geworden. Fast schon erschreckend ruhig. Aber da bin ich nicht unglücklich drüber!

Meine wenige kreative Freizeit nutze ich nach wie vor zum Stricken. Wobei dies im Sommer eher knapper ausfällt wie im Winter. Und ich stricke praktisch ausschliesslich nur noch Socken. Die werden wenigstens von den männlichen Familienmitglieder getragen. Schals und Tücher bleiben leider meistens liegen.

Dafür habe ich angefangen mein Leben vermehrt auch in Bildern festzuhalten. Irgendwie fand ich es schon länger schade, dass ich nicht wirklich Erinnerungen hervor nehmen und anschauen kann.
Aus diesem Grund habe ich mit einer Art Project Life angefangen. In meinem eigenen Stil (und möglichst kostenneutral). Aber das kann sich ja mit der Zeit auch wieder ändern…

…und wer weiss, deshalb gibt es vielleicht auch bald wieder mehr zum Lesen von mir.

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Das richtige Arbeitsgerät

Gestern Abend hat mein Papa seine Ärztin mit ihrem Mann und die Arztgehilfin zum Essen eingeladen. Ein Spargelschmaus sollte es werden. Und war von langer Hand geplant. Es sollte grüne Spargeln mit Kräuterquark, Hollandaise und Mayonnaise geben. Dazu Rohschinken und frisch gebackenes Brot. So wie so gut – und eigentlich kein Problem. Ausser…

…die selbstgemachte Mayonnaise. Ich kann Mayonnaise selber machen. Ehrlich. Tausendmal geübt. Aus dem EffEff. Ohne Rezept.
Gestern allerdings bin ich in Papas Küche kläglich gescheitert. Dreimal habe ich die Ei-Öl-Pampe das Klo heruntergespült. Beim dritten Mal kurz vor dem Verzweifeln.
S’s Aussage, es liege wohl daran, dass ich meine Tage bekomme, hat mich auch nicht wirklich getröstet.

Ich bin dann ganz kurz zu mir nach Hause gefahren und habe meinen Bamix geholt. Ganzes Ei in ein hohes Gefäss, ein wenig Senf und Gewürze. Mixstab hineingestellt, mit Öl aufgefüllt bis knapp zum Stab. Eingeschaltet und den Mixer hochgezogen. Und was soll ich sagen, perfekte Mayo!

Ich bin beruhigt, nicht gelingende Mayonnaisen liegen nicht an irgendwelchen weiblichen Ursachen, sondern schlicht und ergreifend am richtigen Arbeitsgerät!

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Familiengeschichten 1/2014

Gestern nach dem Arbeiten war mal wieder ein komischer Tag. Väterchen hat mich ja schon länger gefragt, ob ich nach dem Reiten mitkommen würde, seiner Ärztin etwas zu bringen. Ich habe dann eingewilligt.
So kam ich also erst mal einfach so zu einem geputzten Pferdchen (damit es schneller geht) bevor ich ihm dann helfen musste ein Brot mit einem Loch in der Mitte zu backen, wo man dann Salz rein tun konnte.
Nach meinem Ausritt hat er schon geschniegelt und gestriegelt gewartet, damit wir losfahren konnten. Nun, das mit der Fahrerei war ja gestern Abend so eine Sache: bei uns hat es geschneit was das Zeug hielt. Den kürzesten Weg nach Frauenfeld mussten wir abbrechen, weil auf der Strasse über den Berg kein Vorwärtskommen mehr war.

Als wir dann endlich am Ziel waren (Väterchen hat sich von Haustür zu Haustür geklingelt, weil in dieser neuen Überbauung weder Hausnummern, geschweige denn die Briefkästen angeschrieben waren – peinlich!), war seien Ärztin gar nicht zu Hause, nur deren Mann. Dieser meinte dann aber, dass wir warten sollten und hat uns die ganze Wohnung gezeigt und uns ein Glas Wasser angeboten. Gut, eigentlich hat er uns Wein angeboten, dass durfte dann ja aber mein Vater nicht. Eigentlich wollten wir ja nur das Brot mit dem Salz abgeben und gleich wieder verschwinden. So wurde der Besuch dann aber länger und als dann die gute Dame endlich kam konnten wir ja auch nicht gleich wieder verschwinden…
…mir war das Ganze eher unangenehm. Wer kommt schon auf die Idee, seiner Ärztin für den Umzug ein Brot zu backen und extra vorbeizubringen? Wenn das jeder Patient machen würde?
Manchmal frage ich mich echt in was für eine Familie ich da hineingeraten bin.

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Stricken bewahrt vor dem Wahnsinnig werden

Babajeza hat auf ihrem Blog nach der Sockenphilosophie gefragt. Nun:

Selber trage trug ich kaum selbstgestrickte Socken. Das hat sich mit dem kalten Büroboden geändert. Kaum im Büro, ziehe ich mir ein Paar selbstgestrickte (oder selbst-bekommene) Socken an. Die wärmen meine Füsse.
Mein Papa und mein Bruder tragen ausschliesslich selbstgestrickte Socken. Beide sind den ganzen Tag in klobigen Schuhen und schwören auf die guten Eigenschaften der Wolle.

Das Sockenstricken ist (bei uns) eine Grossmuttertätigkeit. Meine Grossmutter mütterlicherseits strickt immer Socken. Diese verschenkt sie zu Geburtstagen und zu Weihnachten. Für alle Personen hat sie eine Liste angelegt, wie viele Maschen sie benötigt, wie lange der Schaft werden soll, was die passende Ferse ist und natürlich wie lange der Fuss sein soll. (Bei der Fussgrösse meines Bruders lässt sich übrigens 100g Wolle bis auf das letzte Fitzelchen aufbrauchen – bei gar nicht mal so langem Schaft).

So habe ich mich lange gesträubt Socken zu stricken. Grossmütterchen kommt aber langsam in die Jahre. Und ich hab vor einiger Zeit das Stricken wieder für mich entdeckt. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich beim Stricken wunderbar abschalten kann. Zudem ist es eine geeignete Arbeit um mit auf unsere langen Autofahrten zu nehmen. Da kann ich nämlich als Beifahrerin stricken.

Darum habe ich immer mindestens ein Paar Socken auf den Nadeln. Eine Paar davon ist ohne Muster. Es lässt sich unterwegs einfach in die Hand nehmen und drauflos stricken. Um den Kopf zu beschäftigen, liebe ich aber Mustersocken. Diese stricke ich aber hauptsächlich zu Hause – ohne Ablenkung.

Ich selber mag ja am Liebsten unifarbene, dezente Socken (ausser zu Hause auf dem Sofa darf es auch mal bunt sein).
Nicht so Väterchen. Er mag es so bunt wie möglich. Das werte seine triste, immer gleiche Alltagskleidung auf (er arbeitet auf dem Bauernhof). Da dürfe es in den Stiefeln ruhig bunt sein, meint er.
Ich glaube aber eher, er sagt das nur, damit er auch weiterhin selbstgestrickte Socken bekommt.

Das ist übrigens das angefangene Paar, dass er auf seinen nächsten Geburtstag bekommen wird:

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Geo-Caching

Im letzten Herbst habe ich via Umwegen Geocaching kennengelernt. Schnell war die passende App auf meinem (damals noch neuen) Handy installiert und der erste Cache auch schnell gefunden.
Leider fehlt mir (wie fast für alles) die nötige Zeit und Ruhe, um diese Herausforderung regelmässig zu machen. Gestern fanden meine Mum und ich aber ein wenig Zeit für eine ausgedehntere Walkingrunde, auf der wir auch einen Cache suchen konnten (und es gäbe noch ganz viele bei uns in der Gegend).

Ein bisschen haben wir uns mit dem Ziel zwar verschätzt. Ganz so eine grosse Runde hätten wir nicht machen müssen…
…aber wir haben das ‚Bächlein im Walde‘ schnell gefunden. Und Mum (obwohl noch nicht gross Cache-finden-erfahren) hat die Büchse schnell gefunden. Ich habe in der Zwischenzeit für weitere Schikanen gesorgt:

Meine Walkingstöcke habe ich zwecks Loggen des Eintrages kurz an den nächstbesten Baum gestellt. Als ich diese aber nach getaner ‚Arbeit‘ wieder in die Hand nehmen wolle, war nur noch einer der Stöcke griffbereit. Der Andere hat sich selbständig gemacht und ist den Abhang runtergerutscht.
Mam anschliessen auch, als sie den Stock retten wollte. Sie hat dann also Stock-Fishing, statt Geo-Caching betrieben.

Handy 054

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Unterwegs…

wir waren mal wieder unterwegs in unseren Ferien. Der Plan dieses Mal: ein Auto von Spanien in die Schweiz überführen. Einen schönen alten Renault 4. Laut Fotos ein Prachtexemplar. Da Schnäuzelchen mit der Kontaktperson in Spanien noch nie etwas zu tun gehabt hatte, habe wir uns entschieden, beim ersten Auto dieses Händlers uns direkt ein Bild davon zu machen. So sind wir also an einem Montag von Genf nach Alicante geflogen.
Da wurden wir von einem Chauffeur (ein Bekannter des Verkäufers) abgeholt und abends zu denen nach Hause gefahren. Denia hiess der Ort. Hier bekamen wir die Ferienwohnung zugewiesen. Recht hübsch. Fürs Abendessen mussten wir dann aber selber schauen (wobei das ja bei den Südländern nicht so ein Problem ist – die essen ja tendenziell eher spät).
So haben wir dann also am nächsten Tag besagtes Auto angeschaut. Rolf hat daran herumgemäkelt und so den Preis noch ein wenig nach unten drücken können. Die Gelscheine haben den Besitzer gewechselt und wir haben das Nummernschild montiert. Guten Mutes sind wir gegen Abend losgefahren mit dem Ziel baldmöglichst aus Spanien herauszukommen.

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Leider hatten wir nach knapp 100 Kilometern bereits die erste Panne. Der Kühlschlauch hatte einen leichten Riss. Den haben wir dann mit Isolierband notdürftig geflickt. Der Verkäufer hatte uns extra eine kleine Kiste mit den nötigsten Reparaturgegenständen eingepackt. Wir fuhren weiter.
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An der nächsten Zahlstelle, dann erneutes Dampfen aus dem Motorraum. Der nette Mensch an der Zahlstelle hat uns dann zur Seite gewinkt, uns neues Kühlwasser gegeben und uns unsere Arbeit machen lassen.
Wir beschlossen, so bald als möglich eine Bleibe für die Nacht zu finden. Was nicht ganz einfach war, uns aber geglückt ist (4-Sterne Hotel zum Preis von € 46 pro Zimmer). Wir haben uns in einer Bar mit Tapas, Bier und Rotwein verköstig und herrlich geschlafen.

Ausgeruht lagen dann auch die Nerven nicht mehr ganz so blank wie am Abend vorher und wir sind einigermassen beruhigt weitergefahren.
Allerdings nicht all zu weit. Es hat gerumpelt und gerochen! Kühlschlauch nun ganz hinüber. So haben wir dann einen Ersatzkühl-Schlauch montiert. (Haben wir auch in unser Gepäck bekommen.) Leider nicht ganz passend. Wir haben dann mit Handcrème, Zange und Nagelschere passend gemacht. Zudem das Expansionsgefäss mit einer Stricknadel gründlich gereinigt. (Für was Stricknadeln alles gut sind – ich staune immer wieder!)

Renault_4 025

Wir glaubten dann, dass unser Problem mit der Kühlung endgültig behoben war. Leider versetzt der Glaube aber nicht immer Berge. Und so war dann an einer Autobahn-Raststätte auf der Höhe Barcelonas Endstation.
Zu unserm Glück, gab es ausgerechnet an dieser Raststätte ein Hotel (zwar schäbig – aber zum Schlafen gings). Am nächsten Tag wurde dann der Renault von einer Abschlepp-Firma abgeholt. Und wir im Taxi zum Flughafen gebracht.

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Statt mit dem Auto gemütlich noch ein paar Tage Ferien in Frankreich zu machen, ging es dann non-stop zurück in die Schweiz.

Übrigens sind wir dann zwei Tage später nochmals losgefahren. Einige ruhige Tage im Tessin standen auf dem Programm. Wollt ihr wissen aus welchem Grund wir vor dem Tunnelportal des San Bernadinos anhalten mussten?
Genau! Das Auto welches wir nun dabei hatten hatte ein Problem mit der Kühlung gemeldet!

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Raffi…

…ist ein Teenager von 15 Jahren der jeweils für einige Tage von meiner Mutter in der Stiftung Sonnenhalde betreut wird. Der junge Mann hat sich schon Tage vorher über den bevorstehenden Bazar vom Samstag gefreut und immer wieder betont, dass er dann an diesem Tag auch Arbeiten (sprich helfen) wird. Kaum ist die Kaffeestube aufgegangen ist Raffi in seinem Rollstuhl angerollt gekommen. Wir beiden haben dann kurz unsere Kommunikation geklärt. Raffi kann nämlich weder laufen noch sprechen. So haben wir uns in einem Mix aus Gebärdensprache, sowie dem Zeigen von JA und NEIN einigermassen verständigen können.

Anfangs hat er noch das Begrüssungskomitee übernommen und jeden Besucher mit einem Handschlag begrüsst. Bald hat er aber seine Bestimmung gefunden. Abräumen vom dreckigen Geschirr. Unermüdlich hat er sich die schmutzigen Teller auf die Knie gestellt und nach vorne zum Buffet gebracht. Obwohl seine Hände – mit seinen spastischen Bewegungen – nicht immer ganz das gemacht haben was er gerne wollte, hat er das Geschirr immer fein säuberlich gestapelt und vom Abfall getrennt.

Herrlich waren die Gesichter der Menschen, die sich gefragt haben, ob denn der Teller auch wirklich heil am Bestimmungsort ankommt. Die Meisten haben sich aber sehr kooperativ gezeigt und den Teller auch wirklich stehen gelassen, damit Raffi abräumen kann. Er fand es nämlich gar nicht toll wenn ihm jemand seine Arbeit wegnahm und selber abgeräumt hat. Und wehe, das Geschirr wurde nicht ganz so gestapelt wie er das angefangen hat.
Über den Tag verteilt ging auch gar nicht mal so viel Geschirr in Brüche!

Unermüdlich hat der junge Mann den ganzen Tag gearbeitet. Fürs Essen hatte er keine Zeit…
…ausser als er entdeckt hat, das wir für ein Dessert Beeren zur Dekoration brauchten. Da hat er mir zu verstehen gegeben, dass er davon gerne etwas hätte. Soweit habe ich das ja relativ schnell begriffen. Aber als er dann auf die Beeren auch noch Rahm haben wollte, ging es gefühlte 10 Minuten, bis wir das geklärt hatten (wobei der Fehler eindeutig bei mir lag. Ich mache nie Rahm auf mein Dessert – sonst wäre ich wohl eher darauf gekommen).
Raffi zeigte sich sehr verständnisvoll. In einer Engelsgeduld hat er mir in seinen diversen Möglichkeiten versucht zu erklären was er wollte.

Ende des Tages war ich tief beeindruckt von ihm.
Unermüdlicher Einsatz bis zum Schluss. Ohne Murren und Klagen. Aber mit einem Riesenstolz über die geleistete Arbeit!
Wer von uns kann das schon von sich nach einem langen Arbeitstag behaupten?!?

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